Birken und Fichten

7. Etappe zum Nordkapp

Oulu, knapp 3,5 Stunden mit dem Flugzeug von HH, ca. 220 Tausend Einwohner und jährlich Austragungsort der Luftgitarrenweltmeisterschaften. Dazu die letzte Grossstadt der EU vor dem Polarkreis. Was will man mehr… wir sind gegen 17:30h in Oulu angekommen und selbst der faule Camperfahrer kann langsam erahnen, wie diese Strecken erst für Radwanderer sein müssen!!

Nicht nur Radwanderer tauschen sich auf den Pausen gerne mal aus, auch der gemeine (und weniger gemeine) Camper neigt gern zur Konversation. Vor allem an so passenden Orten, wo mittels Chemie verflüssigte Körperausscheidungen aus Trolley’s in Gullys gegossen werden. Peter, ein gut erhaltenes männliches Exemplar aus dem Ruhrgebiet, Haut gut gebräunt, Zähne nach einem bleaching Prozess unnatürlich weiss, sprach mich unvermittelt an, als ich gerade dabei war, eben jene flüssigen Überreste zu entsorgen. Er kam bereits vom Nordkapp und war mit seinem Campervan nun auf dem Weg nach Helsinki. Ungefragt wurden Bilder von Peter und der Erdkugel im Sonnenschein als Beweis auf dem Foto gezeigt.. sehr schön! 3 Monate sei er nun schon unterwegs und davor war er mit dem Camper 9 Monate bis nach China und zurück gefahren. Ich erklärte, dass meine Frau leider noch arbeiten würde.. so lange wegfahren, ginge bei uns also nicht. Peter nimmt nie seine Frau mit, sagt er, darum sei da bei ihm gar kein Problem. Na dann!!

Auf dem Weg von Vaasa nach Oulu ereignete sich nicht wirklich viel. Auf meine Begegnung mit dem Elch muss ich noch immer warten. Überfälle fanden such nicht statt. Der Tradition verpflichtet hier ein paar Fichten…

irgendwo zwischen Vaasa und Oulu
noch mehr Fichten..

Zwischendurch passierten wir eine Art neue Ferienanlage… alles neu und perfekt angelegt…echt schlimm! Vereinzelt stehen noch die typischen kleinen Holzhäuser aus alten Zeiten im „Restwald“ der nich nicht für die „schönen“ Neubauten weichen musste. Ich frage mich, wer will da Urlaub machen?? Es hatte ein bisschen was von Mallorca.. aber mit Finnland??

könnte auch im Speckgürtel irgend einer Stadt in Deutschland stehen.

bevor wir weitergefahren sind, haben wir aber noch geräucherten Fisch, Kartoffelecken etc gegessen. das war ganz nett und im Gästebuch durften wir uns hier auch eintragen…macht man doch gerne!

Das Lokal
mit Aussicht beim Essen

Morgen soll es dann ein gutes Stück voran gehen. Wir peilen erst mal Kolari an der E8 an… Darum Heute früh ins Bett aber vorher noch ein Knäckebrot und ein bis zwei Lapin Kulta … Prost!

6 Antworten zu „Birken und Fichten“

  1. Endlich Fichten und Mittelstreifen!

    Die junge Dame auf dem Plakat hat ja ihre Air Guitar aus Holz dabei! Gell, tut sich schwer…

    Das passende Musikvideo:

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    1. Sie übt wohl noch ein wenig … das muss in der Tat besser werden!!

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  2. Avatar von larsmanstandin
    larsmanstandin

    Ich spüre hier eine gewisse Voreingenommenheit gegenüber Fichten und Mittelstreifen, und ich finde das wirklich problematisch. Hast Du schon mal über einen Sensitivity-Reader nachgedacht?

    In gut zwei Wochen bin ich auch da, sofern nichts unvorhergesehenes passiert. Ihr kriegt Regen aus Süden, ab nach Norden!

    A propos politisch korrekt – laut hören!!

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  3. Sensitivity Reading wäre hier dringend angeraten, denn:

    „Ganz in der Tradition des Erzählens über den „Norden“ richtet sich auch in „Tourengeist“ der Fokus stets auf das „Andere“, das „Exotische“ und das Defizitäre (Fichten, Mittelstreifen). Das literarische Verfahren in Herrn K.s Text folgt dabei immer dem gleichen Muster: Zunächst wird polarisiert (deutsche Eiche versus die finnische Fichte). Dann erfolgen verallgemeinernde Zuschreibungen, aus denen sich zwangsläufig Hierarchien ergeben. Auf diese Weise entstehen „single stories“ über Nordeuropa, welche nicht grundsätzlich falsch sind, aber eben auch nicht die ganze Geschichte erzählen.“

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    1. In einer seiner Sendungen stellten Journalisten des Deutschlandfunks nicht unberechtigt die Frage, ob Sensitivity reading eine Form von Zensur sei. Im konkreten Fall berichtet der Erzähler vom Tatsächlichen ohne dem Anschein Stereotype bedienen zu wollen. Vielmehr nimmt der Erzähler den Leser mit in eine Realität der finnischen Landschaft ohne sich dabei auch nur im Ansatz diskriminierend über die krumm gewachsene und immer etwas bedürftig wirkende Fichte zu äussern.

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